Einbrenneffekte bei Plasmafernsehern vermeiden und beheben Drucken

Wie entstehen Einbrenneffekte?

Die Lebensdauer eines Plasma-Displays wird im Wesentlichen durch die Leuchtkraft des eingesetzten Phosphors bestimmt, welche im Laufe der Zeit immer mehr nachläßt. Die Darstellung verschiedener Farben und Graustufen beansprucht die Phosphorschichten unterschiedlich: Weiß beispielsweise läßt den Phosphor schneller altern als Schwarz. Ebenso führen hohe Kontrasteinstellungen zu einer stärkeren Belastung des Phosphors. Gleichbleibende Bildinhalte wie Senderlogos, permanente Spielstandeinblendungen und schwarze Randbalken führen zu einer ungleichmäßigen Alterung der Phosphorschicht und können als sogenannte Nachbilder stehen bleiben, die unter Umständen überhaupt nicht mehr verschwinden. Dauerhafte Nachbilder bezeichnet man als Einbrenneffekte.

Kurzfristige und permanente Nachbilder

Kurzfristige Nachbilder kommen vor, wenn Bildinhalte mit hoher Spitzenluminanz (sehr helle, farbintensive Bildinhalte) für einen bestimmten Zeitraum angezeigt werden. Durch die elektrische Restentladung bleiben Nachbilder stehen, die sich bei anschließender Wiedergabe von bewegten Bildern wieder auflösen. Das kann mehrere Stunden bis mehrere Tage dauern.

Permanente Nachbilder kommen bei modernen Plasmadisplays seltener vor, ein über mehrere Tage angezeigtes Standbild kann diese verursachen. Diese Nachbilder sind zwar nicht so auffällig, lösen sich aber nicht mehr vollständig auf. Besonders gefährdet ist der linke und rechte Displayrand, wenn viele 4:3-Fernsehsendungen angeschaut werden.

Gegenmaßnahmen der Displayhersteller

Bei den neueren Plasma-Generationen ist das Vorkommen von permanenten Nachbildern laut zahlreicher Herstellerangaben kein Thema mehr. Diverse Funktionen, wie horizontale und vertikale Bildverschiebung, Aufhellung des linken und rechten Displayrandes, Bildschirmschoner, WhiteScreen-Funktion und Korrekturmuster sorgen dafür, dass erst gar keine Nachbilder entstehen oder diese schnell wieder behoben werden. Dennoch weisen die Hersteller in den Betriebsanleitungen darauf hin, dass Schäden durch temporäre oder permante Nachbilder von der Garantie bzw. von der gesetzlichen Gewährleistung ausgeschlossen sind. Es handelt sich hierbei auch nicht um einen Produktmangel im eigentlichen Sinne sondern um eine Abnutzungserscheinung des Phosphors.

Plasmafernseher sind vor allem in den ersten 100 Betriebsstunden anfällig für Einbrenneffekte, in diesem Zeitraum ist die Alterungskurve des Phosphors besonders steil. Nach den ersten hundert Betriebsstunden altert der Phosphor bedeutend langsamer, so dass die Gefahr des Einbrennens zusehends abnimmt. Deshalb raten viele Hersteller, die Geräte ähnlich wie ein neues Auto, behutsam "einzufahren". Ab 1000 Betriebsstunden besteht praktisch keine Einbrenngefahr mehr.

Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Einbrenneffekten

  • in den ersten hundert Betriebsstunden formatfüllend fernsehen, also das 4:3-Fernsehbild hochzoomen, am besten soweit, dass auch das Logo des TV-Senders verschwindet.
  • keine permanenten Standbilder oder bewegte Bildern mit statischen Bereichen über längeren Zeitraum anzeigen lassen (z.B. Videospiele, PC-Bilder, Betrachtung von Digitalfotos, Videotext, OnScreen-Menüs, permanente Spielstandeinblendungen bei Sportsendungen, die schwarzen Balken bei Fernsehsendungen im 4:3-Format).
  • Bilder mit nebeneinander liegenden sehr hellen und sehr dunklen Zonen sollten nicht über längere Zeit wiedergegeben werden.
  • Bildschirmschoner bei DVD-Playern und beim Plasmafernseher selbst aktivieren.
  • Kontrast und Helligkeit in den ersten 100 Betriebstunden herunterfahren. Hoher Kontrast und Helligkeit führen zu einer schnelleren Alterung des Phosphors.

Wenn einmal doch Nachbilder sichtbar sein sollten, können diese durch Angleichung der Abnutzung der Plasmazellen beseitigt werden. Dies kann über verschiedene Maßnahmen erfolgen:

  • über mehrere Stunden ein voll weißes Bild anzeigen lassen. Einige Plasma-Fernseher bieten hierfür eine "WhiteScreen"-Funktion.
  • über mehrere Stunden den analogen Fernsehempfang auf keinen Empfang stellen, um über ein sogenanntes Zwischenbandrauschen (Bildgrieseln) die Plasmazellen wieder anzugleichen.
  • nach der Wiedergabe von einer Spielekonsole bzw. eines PC-Bilds oder anderen Standbilds das normale TV-Programm im Vollbildmodus laufen lassen.

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